Bild vom Kind

Jedes Kind ist ein anderer Charakter mit eigener Persönlichkeit und eigenen Bedürfnissen. Ein großer Vorteil der Tagespflege ist natürlich die Sozialisation und dass die Kinder lernen, sich einer Gruppe anzupassen. Aber ich finde auch die individualle Beschäftigung der Kinder wichtig. Denn eine bekannte Periode/ Phase im Leben der Kinder ist die sogenannte Trotzphase, von der man früher annahm, sie trete um das dritte Lebensjahr ein. Der heutigen Ansicht nach erfolgt sie schon  um das zweite Lebensjahr. Das Kind sagt “ich” und kämpft mit den Problemen von Trennung und Bleiben.  Das ist die Übung des Willens wegen des Willens. Der schlaue Vater sagt dann “Laura bring ja nicht meine Pantoffeln her”, worauf Laura glücklich lächelt und die Pantoffeln bringt. Sie versteht den Witz, aber es gefällt ihr. Jung sagt, dass das erste Wort des Ichs „Nein” ist, wenn man etwas verweigert/verneint: „Nein , das bin ich nicht, das brauche ich nicht”. In der Praxis bedeutet das bei mir zum Beispiel, dass es keine „obligatorischen” Dinge/Aufgaben gibt. Sowohl die Gruppenspiele als auch das Geschichtelesen im Kreis und das Schlafen sind optional. Wenn ein Kind zum Beispiel nicht schlafen möchte, gebe ich ihm eine Möglichkeit, sich so zu beschäftigen, dass es die anderen nicht stört. Wir spielen mit Puppen, puzzeln oder lesen Geschichten usw. Wenn das Mittagessen nicht schmeckt, zwinge ich niemanden, es zu essen. Es gibt nicht zwei gleiche Kinder und sie reagieren auf die gleiche Situation auch verschieden, was zum Beispiel in der Einwöhnungsphase wichtig ist. Nach bestimmten Forschungen kann man das schon in der Fötusplase beobachten.

Die Forscher, die mit spezifischen, mikroskopisch kleinen Kameras in die Nähe der Gebärmutters eindringen, berichten, dass der Fötus auf eine ganz spezielle Art auf das Eindirngen der Nadel reagiert.

Es gibt solche Föten, die -und ich fürchte mich nicht das zu sagen-zurückschrecken und sich ihre Herztöne beschleunigen, oder andere, die zornig werden und agressiv nach der Nadel treten.

Der Fötus reagiert wie ein Mensch. Er erschrickt oder wird zornig, aber auf jeden Fall reagiert er auf eine inviduelle Art. Ein Fötus hat sogar einen eigenen Geschmack. Ein Forscher hat harmlose Geschmacksstoffe in das Fruchtwasser  geimpft und mit  Kameras beobachtet wie gierig der Fötus nach süßen Geschmacksrichtungen das Fruchtwasser geschluckt hat,denn es hat ihm geschmeckt. Als dagegen bittere Substanzen eingeimpft wurden, hat der Fötus keinen Schluck getrunken – er hat das gehasst.

Deswegen halte ich die Annahme um den inviduellen, persönlichen Umgang in Bezug auf Kinder für einen der wichtigsten Punkte, denn es ist falsch zu denken, dass „sie noch klein sind”, oder dass der eigene Wille, ihre Persönlichkeit und ihr Geschmack sich erst später entwickeln, jedes Kind ist ein eigenes und unwiederholbares Invidium.

 

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