Die Eingewöhnung

Die Eingewöhnungsperiode ist der erste Zeitraum im Leben der Eltern und Kinder überhaupt, in dem sie sich vorübergehend voneinander trennen. Das Kind ordnet sich in eine Gruppe Altersgenossen ein und lernt die Vorschriften den Tagespflege kennen, die Mutter kann in ihren „alten  Lebensrhythmus” zurückkehren. Sowohl für das Kind, als auch für die Mutter ist dies natürlich eine schwere Periode mit vielen Ängsten. Die legt das Kind nicht unbedingt nahtlos ab, es betritt „Neuland“, in dem alles fremd ist (Situation, Tagesmutti, andere Kinder, Ort…). Doch die Eingewöhnungsperiode ist in Schritte gegliedert, die diese Phase für alle erleichtern können.

Jedes Kind ist ein eigenes Individuum. So kann es sein, dass eines mehr Zeit braucht als das andere. Das bedeutet, dass die Eingewöhnungszeit auch drei Wochen dauern kann.

Ich arbeite nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell.

  1. Schritt (optional)

Für die Eingewöhnung finde ich es nützlich, die Familie und das Kind in ihrem Zuhause zu besuchen, wenn das den Eltern ebenfalls recht ist. Zuhause ist jedes Kind offener und fröhlicher, ich kann es in Ruhe beobachten und wir können alles in freundlicher Atmosphäre durchsprechen.

  1. Schritt: Die Grundphase (ca. drei Tage)

Die Mutter (oder der Vater) kommt mit dem Kind zusammen in die Tagespflege und bleibt eine oder zwei Stunden (vormittags während der Spiel-Zeit). Meine Aufgabe während dieser Zeit ist die Kontaktaufnahme und Beobachtung. Ich bitte die Eltern,  passiv zu sein, aber immer zu akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht. An den folgenden Tagen können wir diese Zeit bis auf drei Stunden ausdehnen.

  1. Schritt: Die Erste Trennung

Die Mutter verlässt den Raum, bleibt aber für maximal 30 Minuten in der Nähe (abhängig von den Reaktionen des Kindes).

  1. Schritt: Stabilisierung

Ich übernehme die Fürsorge des Kindes, wie zum Beispiel füttern, wickeln usw. Ich spiele viel mit dem Kind und natürlich akzeptiere ich,  wenn das Kind körperlichen Kontakt zu mir sucht. Außerdem verlängern wir schrittweise die Trennungszeit von den Eltern.

  1. Schritt: Schlussphase

Ich denke, dass die Eingewöhnung nur erfolgreich verlaufen ist, wenn das Kind mich als Betreuungsperson, als „sichere Basis“, akzeptiert und die Zeit bei uns mit ohne Ängste oder negative Gefühle verbringen kann. Dennoch bitte ich die Eltern, jederzeit erreichbar zu sein.

Wie kann ich als Mutti zu mein Kind in der Eingewöhnung helfen?

-Gestalten Sie ein festen Tagesablauf zuhause, ähnlich dem, den wir in der Tagespflege haben.

-Gehen Sie mit dem Kind während der Eingewöhnungsperiode öfters zu anderen Kindern (Spielplatz, Spielhaus, usw.)

-Bilden Sie eine gute Partnerschaft mit der Tagesmutti. Es ist sehr wichtig, dass die Kinder fühlen, dass Sie der Betreuungsperson vertrauen. Fehlt das Vertrauen, kann das Kind keine Bindung aufbauen. Außerdem ist es mir eine große Hilfe, wenn mich die Eltern über jedes Detail ihrer Erziehung und Betreuung des Kindes informieren (Wie schläft das Kind für gewöhnlich ein? Wie beruhigen Sie es zuhause?).

– Pünktliche Abholung: Wenn Sie öfters später kommen, verstärkt das die Angst des Kindes, dass Sie gar nicht kommen. Dadurch machen Sie  das Kind misstrauisch in gelegentlich neuen Situationen.

-Entscheiden Sie von Anfang der Eingewöhnung an, ob Vati oder Mutti das Kind abholen und variieren Sie das nicht.

-Geben Sie ein Lieblingsspielzeug, Kuscheltuch, Nuckel oder Kuscheltier ihrem Kind mit. Vertraute Gegenstände helfen dem Kind.

–   Machen wir keine „Rückzieher“, denn dann wir müssen wir wieder von vorn anfangen und alles neu aufbauen, was wir eigentlich schon erreicht haben. Dadurch ergibt sich die „endlose Eingewöhnung“.

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